Welche Mischungen IEC 60296:2020 ohne Prüfung zulässt, wann inhibiertes und uninhibiertes Öl zum Problem wird und wie eine Mischbarkeitsanalyse abläuft.
Beim Nachfüllen eines Transformators oder beim Wechsel des Öllieferanten stellt sich immer dieselbe Frage: Verträgt sich das neue Öl mit dem, was schon in der Anlage ist? Die gute Nachricht: Mineralische Isolieröle sind grundsätzlich gut mischbar. Die Ausnahme sind Mischungen unterschiedlicher Gruppen und gealterte Öle.
Mineralöle gelten als mischbar und verträglich, wenn die Eigenschaften der Mischung nicht ungünstiger sind als die des schlechtesten Einzelöls. Konkret:
| Situation | Einschätzung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Nachfüllen mit demselben Öl | unkritisch | Öl trocken und sauber einfüllen |
| Inhibiertes Typ-A-Öl in inhibiertes Typ-A-Öl eines anderen Herstellers, bis 10 % | nach IEC 60296 verträglich | Datenblätter vergleichen (Additive) |
| S4 ZX-I in Anlage mit uninhibiertem Öl (z. B. Diala B, S2 ZU-I) | unterschiedliche Gruppen | Mischbarkeitsanalyse und Herstellerfreigabe |
| Größere Menge Neuöl in stark gealtertes Öl | Risiko von Schlammausfall | Ölzustand prüfen, ggf. regenerieren oder wechseln |
| Mineralöl und Esterflüssigkeit | Brennpunkt sinkt | bei Retrofill Restmineralöl minimieren |
Bei unbekanntem Mischungsverhältnis werden in der Praxis typischerweise die Verhältnisse 10:90, 50:50 und 90:10 untersucht. Geprüft werden unter anderem das Verhalten nach künstlicher Alterung (Säurezahl, Schlamm, Verlustfaktor), Schaumverhalten, korrosiver Schwefel und – bei inhibierten Ölen – der Inhibitorgehalt der Mischung. Wir führen diese Mischbarkeitsanalysen im eigenen Labor durch und geben Ihnen eine klare Empfehlung.
Tipp: Schicken Sie uns vor dem Nachfüllen eine Probe des Bestandsöls und nennen Sie die Bezeichnung auf dem Typenschild. Bei alten Produktnamen wie Diala B oder DX hilft unsere Liste Shell Diala: alte Namen und Nachfolger.
Shell gibt an, dass GTL-basierte Öle wie Diala S4 ZX-I mit herkömmlichen naphthenischen Isolierölen voll mischbar sind und sich Mischungen in ihren Eigenschaften etwa zwischen den Ausgangsölen bewegen. Auch das Verhalten bei der Gas-in-Öl-Analyse entspricht dem von herkömmlichem Mineralöl. Für die Bewertung im Einzelfall gelten die Regeln der IEC 60296 oben.
Wird ein Mineralöltransformator auf eine Esterflüssigkeit umgestellt, bleibt immer etwas Mineralöl im Papier und im Kessel zurück. Weil es den Brennpunkt der Esterflüssigkeit senkt, wird es so weit wie möglich entfernt. Zusätzlich sind Durchführungen, Stufenschalter und Dichtungen auf Verträglichkeit zu prüfen – hier helfen unsere Materialverträglichkeitstests. Mehr zur Umrüstung mit Shell MIDEL Esterflüssigkeiten auf mv-lub.eu und im Vergleich Mineralöl oder Ester im Transformator?.
Transformatorenöl von der Vielhauer GmbH
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Nicht ohne Prüfung. Nach IEC 60296:2020 gehören inhibierte und uninhibierte Öle zu unterschiedlichen Gruppen; ihre Mischung muss neu eingestuft und geprüft werden. Außerdem schreiben manche Betreiber und Hersteller ausdrücklich vor, welche Gruppe eingesetzt wird.
IEC 60296:2020 sieht Mischungen bis 10 % ohne weitere Prüfung als verträglich an, wenn beide Öle in Klasse, Typ, Gruppe, LCSET und Additivart übereinstimmen. Netzbetreiber berichten zudem, dass kleine Zugaben unter 5 % zu Öl in gutem Zustand meist unproblematisch sind, größere Zugaben zu stark gealtertem Öl aber Schlammausfall auslösen können.
Shell bezeichnet seine GTL-Öle als voll mischbar mit herkömmlichen Isolierölen. Mit einem anderen inhibierten Typ-A-Öl gilt die 10-%-Regel der IEC 60296. Für größere Anteile, uninhibiertes Bestandsöl oder gealtertes Öl empfehlen wir eine Mischbarkeitsanalyse.
Physikalisch ja, aber der Mineralölanteil senkt den Brennpunkt der Esterflüssigkeit. Bei einer Umrüstung auf Ester (Retrofill) wird das Mineralöl deshalb so weit wie möglich entfernt; Hersteller natürlicher Ester nennen als Richtwert höchstens etwa 7 % Restmineralöl, damit der Brennpunkt über 300 °C bleibt.
Shell, Diala und Shell MIDEL sind Marken der Shell Brands International AG. Sie werden hier ausschließlich zur Bezeichnung der Originalprodukte verwendet. Die Vielhauer GmbH vertreibt Shell-Diala-Produkte als unabhängiger Händler. TotalEnergies und ISOVOLTINE sind Marken der TotalEnergies SE. Alle technischen Angaben sind typische Werte aus den Datenblättern der Hersteller (Stand Oktober 2026) und keine Spezifikation; maßgeblich ist das jeweils aktuelle Datenblatt.
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