Die Isolierflüssigkeit auf Sojaölbasis nach IEC 62770, IEEE C57.147 und ASTM D6871 mit einem Brennpunkt von 350–360 °C – für Verteil- und Leistungstransformatoren und Retrofill.
| Auf einen Blick | |
|---|---|
| Produktart | natürlicher Ester (Pflanzenöl-Isolierflüssigkeit), früher „Envirotemp FR3“ |
| Basis | Sojaöl; laut Cargill > 99 % biobasiert nach ASTM D6866; Additive unter 2 % |
| Normen | ASTM D6871, IEEE C57.147, IEC 62770; K-Klasse; FM Global approved, UL classified (laut Cargill) |
| Einsatz | Verteil- und Leistungstransformatoren, Retrofill, Rechenzentren, Wind, Solar, Batteriespeicher, Traktion |
| Transformatorbauart | hermetisch geschlossen; frei atmend nur mit Begrenzung des Luftzutritts |
| Einstufung | nach CLP nicht als gefährlich eingestuft; AwSV: allgemein wassergefährdend (awg); kein Gefahrgut |
| Gebinde | Fass, IBC, lose Ware – auf Anfrage |
FR3 ist der älteste und am weitesten verbreitete natürliche Ester für Transformatoren. Cargill nennt über 30 Jahre Einsatzerfahrung und mehr als fünf Millionen befüllte Transformatoren weltweit (Stand 2026). Das Produkt wurde 1998 eingeführt, damals unter dem Namen Envirotemp FR3; 2012 übernahm Cargill Geschäft und Marke vollständig.
Mit einem Brennpunkt von 350–360 °C liegt FR3 deutlich über der 300-°C-Grenze der K-Klasse. Mineralöl hat typisch einen Brennpunkt um 170 °C. Laut Cargill ist FR3 von FM Global zugelassen und von UL als schwer entflammbare dielektrische Flüssigkeit klassifiziert – relevant für Versicherer und Brandschutzauflagen.
Natürliche Ester nehmen deutlich mehr Wasser auf als Mineralöl und ziehen Feuchte aus dem Papier. Cargill gibt an, dass Transformatoren mit FR3 und thermisch aufgewertetem Papier bis 140 °C Top-Öltemperatur betrieben werden können und bis zu 20 % mehr Belastbarkeit gegenüber Mineralöl erreichen, ohne die Lebensdauer zu verkürzen (Herstellerangaben, Bezug IEC 60076-14 bzw. IEEE C57.154).
Der Pourpoint liegt bei −21 °C. Laut Cargill behält FR3 seine dielektrischen Eigenschaften bis −50 °C; für den Kaltstart empfiehlt Cargill, das Top-Öl auf −10 bis 0 °C vorzuwärmen und Stufenschalter bei Öltemperaturen unter −10 °C zu sperren.
| Eigenschaft | Prüfmethode | Grenzwert IEC 62770 | Typisch FR3 |
|---|---|---|---|
| Brennpunkt | ISO 2592 | > 300 °C | 350–360 °C |
| Flammpunkt (Pensky-Martens) | ISO 2719 | ≥ 250 °C | 260–270 °C |
| Pourpoint | ISO 3016 | ≤ −10 °C | −21 °C |
| Dichte bei 20 °C | ISO 3675 | ≤ 1,0 g/cm³ | 0,92 g/cm³ |
| Viskosität bei 40 °C | ISO 3104 | ≤ 50 mm²/s | 32–34 mm²/s |
| Viskosität bei 100 °C | ISO 3104 | ≤ 15 mm²/s | 7,7–8,3 mm²/s |
| Viskosität bei 0 °C | ASTM D445 | – | 190 mm²/s |
| Durchschlagspannung (2,5 mm) | IEC 60156 | ≥ 35 kV | 70–80 kV |
| Verlustfaktor bei 90 °C | IEC 60247 | ≤ 0,05 | 0,01–0,03 |
| Wassergehalt | IEC 60814 | ≤ 200 mg/kg | 4–50 mg/kg |
| Säurezahl | IEC 62021-3 | ≤ 0,06 mg KOH/g | 0,01–0,05 mg KOH/g |
| Korrosiver Schwefel | IEC 62697 / ASTM D1275 | nicht korrosiv | nicht korrosiv |
| PCB | IEC 61619 | frei von PCB | nicht nachweisbar |
| Additive | IEC 60666 | max. 5 % | < 2 % |
| Oxidation IEC 61125 C (48 h, 120 °C): Säure / Viskositätsanstieg / DDF | IEC 61125 | ≤ 0,6 / ≤ 30 % / ≤ 0,5 | 0,1–0,3 / 17–23 % / 0,1 |
| Oxidations-Induktionszeit (130 °C) | ASTM D6186 | – | 62 min |
| Gasungsneigung | ASTM D2300 | ≤ 0 (ASTM D6871) | −79 |
Typische Werte laut technischem Datenblatt Cargill FR3 R2000 (©2026), abgeglichen mit der FR3-Broschüre (©2025). Typische Werte sind laut Cargill keine Abnahmewerte.
FR3 wird häufig eingesetzt, um bestehende Mineralöltransformatoren nachzurüsten. Cargill empfiehlt dabei höchstens 7 % Restmineralöl; typisch bleiben 3–5 %. Höhere Anteile können den Brennpunkt unter 300 °C senken. Bei Leistungstransformatoren über 138 kV empfiehlt Cargill vorab eine Designprüfung. Wir begleiten Retrofills mit Materialverträglichkeitstests, Analysen im eigenen Labor und der Kontrolle nach der Umrüstung – mehr unter Nachfüllen, Mischen und Retrofill.
Esterflüssigkeiten von der Vielhauer GmbH
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FR3 wird nach ASTM D6871, IEEE C57.147 und IEC 62770 spezifiziert. Cargill bezeichnet FR3 als K-Klasse-Flüssigkeit (Brennpunkt über 300 °C); es ist laut Cargill von FM Global zugelassen und von UL als schwer entflammbare dielektrische Flüssigkeit klassifiziert.
Cargill empfiehlt FR3 für hermetisch geschlossene Transformatoren. Frei atmende Transformatoren können laut Cargill mit FR3 befüllt werden, wenn ein System den Luftaustausch über der Flüssigkeit begrenzt. Für frei atmende Geräte ohne solche Maßnahmen ist ein synthetischer Ester wie SE3 die naheliegende Wahl.
Cargill empfiehlt höchstens 7 % Restmineralöl, typisch bleiben 3–5 %. Mehr als 7 % Mineralöl kann den Brennpunkt unter 300 °C senken. Bei Leistungstransformatoren über 138 kV empfiehlt Cargill vorab eine Designprüfung.
In dicht verschlossenen, gekennzeichneten Behältern bei 10–40 °C, trocken und nicht im Freien. In Lagertanks ein trockenes Stickstoffpolster verwenden und nicht zur Atmosphäre entlüften; angebrochene Fässer und IBC ebenfalls unter Stickstoff halten. Cargill empfiehlt eigene Geräte, Pumpen und Schläuche für FR3.
Cargill weist FR3 im technischen Datenblatt (R2000, 2026) als leicht biologisch abbaubar aus, mit Verweis auf OECD 301 B, C oder F bzw. EPA OPPTS 835.3110. Die deutsche Fassung des Sicherheitsdatenblatts von 2023 enthält zur Abbaubarkeit keine Daten. Für Ausschreibungen empfehlen wir, die Angaben des aktuellen Datenblatts mit Prüfmethode zu verwenden.
FR3 besteht überwiegend aus Sojaöl, einem vom Umweltbundesamt bekanntgemachten aufschwimmenden flüssigen Stoff (Kenn-Nr. 9442). Solche Stoffe gelten nach AwSV als allgemein wassergefährdend (awg); die Cargill-Sicherheitsdatenblätter weisen das entsprechend aus. Nach § 13 Abs. 1 AwSV gelten die Anlagenanforderungen dann nur, wenn ein Eintrag in ein oberirdisches Gewässer nicht ausgeschlossen werden kann.
FR3™, FR3r™ und SE3™ sind Marken der Cargill, Incorporated; Shell MIDEL ist eine Marke der Shell Brands International AG. Die Marken werden hier ausschließlich zur Bezeichnung der Originalprodukte verwendet. Die Vielhauer GmbH ist ein unabhängiger Händler. Alle technischen Angaben sind typische Werte aus den Unterlagen der Hersteller (Stand Oktober 2026) und keine Spezifikation; maßgeblich ist das jeweils aktuelle Datenblatt.
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