Der am häufigsten falsch gemessene Wert in der Fertigung. Das Handrefraktometer zeigt nicht die Konzentration an, sondern einen Brechungsindex – erst der produktspezifische Faktor macht daraus einen Prozentwert.
Liegt die Konzentration zu niedrig, verliert der Ansatz seinen Korrosionsschutz, die Konservierung wirkt nicht mehr, Bakterien finden ideale Bedingungen und die Werkzeugstandzeit fällt. Liegt sie zu hoch, steigen Hautbelastung, Schaumneigung, Rückstände auf dem Werkstück und die Kosten. Der Bereich, in dem beides stimmt, ist schmaler, als die meisten annehmen – oft nur ein bis zwei Prozentpunkte.
Rechenbeispiel: Abgelesen 3,2 Brix, Faktor 1,5 → 3,2 × 1,5 = 4,8 Prozent. Bei einem Faktor von 1,0 wären es 3,2 Prozent, bei 2,0 wären es 6,4 Prozent. Derselbe Ablesewert, drei sehr unterschiedliche Ergebnisse – deshalb ist der Faktor keine Formalie.
Der Faktor steht im technischen Datenblatt des Produkts und gilt nur für dieses eine Produkt. Wer den Kühlschmierstoff wechselt und den alten Faktor weiterverwendet, misst systematisch falsch. Wenn Sie den Faktor Ihres Produkts nicht finden: fragen Sie uns, wir schlagen ihn nach.
Das Refraktometer misst alles, was den Brechungsindex verändert – nicht nur das Konzentrat. Mit zunehmender Betriebsdauer wird die Anzeige deshalb systematisch zu hoch:
| Störgröße | Wirkung auf den Messwert | Erkennbar an |
|---|---|---|
| Fremdöl (Hydraulik-, Bettbahnöl) | zu hoch | trübe, unscharfe Hell-Dunkel-Grenze; Ölfilm auf der Probe |
| Aufkonzentrierte Salze durch Verdunstung | zu hoch | steigender Wert ohne Nachdosierung |
| Feinstabrieb und Schmutzpartikel | zu hoch, unscharfe Grenze | sichtbare Trübung |
| Reinigerreste | unterschiedlich | plötzlicher Sprung nach einer Reinigung |
| Zerfallene Emulsion | zu niedrig | Ölaufschwimmung im Tank |
Deshalb gilt: Über die Lebensdauer eines Ansatzes driftet der Refraktometerwert nach oben, während die tatsächliche Wirkstoffkonzentration eher sinkt. Wer nur nach Refraktometer nachdosiert, fährt den Ansatz langsam in die Unterkonzentration hinein. Bei älteren Ansätzen und bei Verdacht ist die Titration die verlässlichere Methode.
Ein Kühlschmierstoffkreislauf verliert Wasser durch Verdunstung und Verschleppung, Konzentrat vor allem durch Verschleppung an Spänen und Werkstücken. Beide Verluste sind nicht gleich groß, und sie sind nicht gleich verteilt.
Wird nur Wasser nachgefüllt, sinkt die Wirkstoffkonzentration schleichend, bis Korrosionsschutz und Konservierung versagen – häufig ohne dass der Refraktometerwert das anzeigt, weil Salze und Fremdöl ihn oben halten. Richtig ist, mit einer Emulsion in der Nachfüllkonzentration nachzufüllen. Diese liegt in der Regel unter der Betriebskonzentration, weil mit dem Verdunstungswasser keine Wirkstoffe verloren gehen; den konkreten Wert nennt das Datenblatt.
Ein einzelner Messwert sagt wenig, der Verlauf sagt alles. Notieren Sie je Maschine und Datum: Konzentration, pH-Wert, Nitritgehalt, Nachfüllmenge und Auffälligkeiten wie Geruch oder Schaum. Mit drei Monaten Verlauf sehen Sie, ob ein Ansatz stabil läuft oder kippt – und zwar Wochen bevor es jemand riecht. Die Dokumentation der Prüfungen ist zugleich Teil dessen, was TRGS 611 und die DGUV Regel 109-003 verlangen.
Gern stellen wir Ihnen eine Vorlage für das Messprotokoll zusammen, passend zu den Produkten, die bei Ihnen im Einsatz sind.
Wir sind seit 1925 Schmierstoffhersteller und -händler und produzieren in Leverkusen. Für die Metallbearbeitung heißt das: kurze Wege, Abfüllung vom 1-Liter-Gebinde bis zum 1.000-Liter-IBC, Beratung vor Ort an der Maschine und – ab entsprechender Menge – Formulierung nach Ihren Vorgaben.
Vielhauer GmbH
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Telefon +49 2236 322450
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